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Situationsaufgabe Technischer Betriebswirt: Aufbau, Ablauf

Teil B der Prüfung zum Geprüften Technischen Betriebswirt heißt „Management und Führung“ und besteht aus drei Situationsaufgaben. Zwei davon werden schriftlich bearbeitet, die dritte ist Grundlage eines mündlichen, situationsbezogenen Fachgesprächs. Diese Seite erklärt Aufbau, Anforderungen und Zeitplanung nach der Prüfungsverordnung und den Unterlagen der DIHK und der IHK (Stand Oktober 2026).

TBW-Trainer RedaktionStand 11. Oktober 202611 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

FrageKurze Antwort
Was ist Teil B?Der Prüfungsteil „Management und Führung“ mit drei Situationsaufgaben, die die Handlungsbereiche Organisation und Unternehmensführung, Personalmanagement sowie Informations- und Kommunikationstechniken verbinden.
Wie viele Situationsaufgaben gibt es?Drei: zwei schriftlich, die dritte im situationsbezogenen Fachgespräch („Situationsaufgabe 3“).
Wie lange dauern sie?Schriftlich je mindestens vier, höchstens fünf Stunden; im bundeseinheitlichen Ablauf vier Stunden (8.30 bis 12.30 Uhr). Das Fachgespräch dauert 30 bis 45 Minuten, davor liegen 30 bis 45 Minuten Vorbereitung.
Welche Schwerpunkte haben die Aufgaben?Schriftlich: Personalmanagement (1. Aufgabe) und Informations- und Kommunikationstechniken (2. Aufgabe). Im Fachgespräch steht der Handlungsbereich im Mittelpunkt, der nicht Kern einer schriftlichen Aufgabe war.
Wie wird bewertet?Jede der drei Leistungen mit 0 bis 100 Punkten. Teil B ist das arithmetische Mittel; in jeder Leistung sind mindestens 50 Punkte nötig.
Welche Hilfsmittel sind erlaubt?Taschenrechner, die von der IHK gestellte Formelsammlung und unkommentierte Gesetzestexte, etwa Arbeitsgesetze, Betriebsverfassungsgesetz, BGB, HGB, GmbHG, AktG, DS-GVO und BDSG.
Wie übt man am besten?Mit vollständigen Fällen: Fallakte lesen, jeden Auftrag nach seinem Operator beantworten, die Antwort mit den Kernpunkten der Lösung abgleichen und das Fachgespräch laut üben.

Wo Teil B in der Prüfung steht

Die Prüfung besteht aus drei Teilen. Teil B ist der zweite und darf nach der Prüfungsverordnung erst nach dem Ablegen von Teil A stattfinden. Er zählt bei der Gesamtnote 30 %. Seine Bewertung ist das arithmetische Mittel aus den beiden schriftlichen Situationsaufgaben und dem Fachgespräch.

Jede dieser drei Leistungen wird einzeln bewertet. Der Prüfungsteil ist nur bestanden, wenn in allen dreien mindestens 50 Punkte erreicht sind. Einen Überblick über alle Prüfungsteile, Noten und Termine gibt der Ratgeber Die Prüfung zum Technischen Betriebswirt.

Was eine Situationsaufgabe ist

Die Verordnung beschreibt Teil B als Prüfung in Form „handlungsorientierter, integrierter Situationsaufgaben“. Gemeint ist eine betriebliche Lage, in der mehrere Fragen zusammenhängen und die man aus der Sicht einer Führungskraft lösen soll. Statt einzelner Wissensfragen sind Analyse, Entscheidung und Begründung gefragt.

Drei Regeln aus der Verordnung bestimmen den Charakter dieser Aufgaben:

  • Es werden drei Situationsaufgaben gestellt, die die drei Handlungsbereiche integrieren.
  • Sie berücksichtigen die Inhalte von Teil A. Rechnungswesen, Investition oder Beschaffung können also in eine Aufgabe zu Personal oder IT hineinspielen.
  • Sie sind so zu gestalten, dass alle Qualifikationsschwerpunkte der Handlungsbereiche mindestens einmal vorkommen.

Die drei Handlungsbereiche und ihre Schwerpunkte

Die Verordnung nennt für jeden Handlungsbereich Qualifikationsschwerpunkte. Sie sind die Themenliste, an der sich die Vorbereitung ausrichten lässt.

HandlungsbereichQualifikationsschwerpunkte
Organisation und UnternehmensführungPlanungskonzepte; Organisationsentwicklung; Projektmanagement und persönliche Planungstechniken; integrative Managementsysteme; Moderations- und Präsentationstechniken
PersonalmanagementPersonalplanung und -beschaffung; Personalentwicklung und -beurteilung; Personalentlohnung; Personalführung einschließlich Techniken der Mitarbeiterführung; Arbeits- und Sozialrecht; Beteiligungsrechte der Arbeitnehmer
Informations- und KommunikationstechnikenDatensicherung, Datenschutz und Datenschutzrecht; Auswahl von IT-Systemen und Einführung von Anwendersoftware; übergreifende IT-Systeme; Kommunikationsnetze und -systeme auf Medien bezogen

Kern und Integration: Wie die drei Aufgaben verteilt sind

Jede Situationsaufgabe hat nach der Verordnung einen Kernbereich. Dessen Schwerpunkte bilden den Kern der Aufgabe, und zusätzlich sollen Inhalte der beiden anderen Handlungsbereiche integrativ einbezogen werden. Welche der drei Aufgaben schriftlich und welche im Fachgespräch geprüft wird, legt die Verordnung nicht fest.

In den bundeseinheitlichen Prüfungsterminen (Stand Oktober 2026) ist die erste schriftliche Situationsaufgabe auf Personalmanagement ausgerichtet, die zweite auf Informations- und Kommunikationstechniken. Das Fachgespräch muss nach der Verordnung den Handlungsbereich in den Mittelpunkt stellen, der nicht Kern einer schriftlichen Aufgabe war, und soll vor allem die Schwerpunkte aufgreifen, die schriftlich nicht geprüft wurden. Nach dem Merkblatt einer IHK ist das die Organisation und Unternehmensführung.

Die DIHK-Bildungs-gGmbH veröffentlicht eine Strukturierung mit Richtwerten, die seit der Frühjahrsprüfung 2012 gilt. Sie zeigt, wie sich je 100 Punkte auf die Handlungsbereiche verteilen. Kleine Abweichungen im Einzelfall sind ausdrücklich möglich.

Schriftliche AufgabeOrganisation und UnternehmensführungPersonalmanagementInformations- und Kommunikationstechniken
Situationsaufgabe 1ca. 25ca. 50ca. 25
Situationsaufgabe 2ca. 25ca. 25ca. 50

Merke: Der Kernbereich trägt nach den Richtwerten etwa die Hälfte der Punkte, die beiden anderen Bereiche zusammen die andere Hälfte. Nur den Kernbereich einer Aufgabe zu lernen, reicht deshalb nicht.

Aufbau: Ausgangssituation, Aufträge, Operatoren

Die Verordnung schreibt keinen festen äußeren Aufbau der Aufgaben vor. Prüfungsaufgaben früherer Jahrgänge sind über den Online-Shop der DIHK-Bildungs-gGmbH erhältlich, wie unter anderem die IHK Köln und die IHK Darmstadt angeben. Die Fälle im Fallstudien-Training dieser Plattform sind so aufgebaut:

  • Ausgangssituation und Rolle: Ein Unternehmen wird mit Kurzprofil vorgestellt, dazu die eigene Rolle als Technischer Betriebswirt.
  • Fallakte: Dokumente wie Auszüge, interne Nachrichten, Notizen, Beschlüsse, Tabellen oder Organigramme, aus denen die Informationen für die Antworten stammen.
  • Aufträge: Mehrere Aufträge mit eigener Punktzahl, die in Teilaufgaben gegliedert sind.
  • Operatoren: Jede Teilaufgabe beginnt mit einem Handlungsverb wie „beschreiben“, „begründen“ oder „beurteilen“, das die Art der Antwort festlegt.

Was die DIHK für die schriftliche Bearbeitung mitteilt

Die „Informationen für Prüfungsteilnehmer“ der DIHK-Bildungs-gGmbH nennen für die schriftliche Prüfung Regeln, die auch für die Bearbeitung von Situationsaufgaben wichtig sind:

  • Es gibt einen Aufgabenteil und ein Heft für die Lösungen. Je Aufgabenteil sind höchstens 100 Punkte erreichbar.
  • Lösungs- und Rechenwege sind nachvollziehbar darzustellen.
  • Eine nicht lesbare Arbeit wird mit null Punkten bewertet.
  • Verlangt eine Aufgabe eine exakte Anzahl von Antworten, werden nur die ersten Antworten gewertet; was darüber hinausgeht, wird gestrichen.
  • Soll eine Lösung auf einer Anlage stehen, teilt dies die Aufgabe mit.

Operatoren: Was ein Auftrag verlangt

Die DIHK-Bildungs-gGmbH veröffentlicht eine allgemeine Orientierungshilfe zu Operatoren in Prüfungsaufgaben; eine für diese Prüfung verbindliche Liste gibt es nicht. Die folgende Tabelle ist eine Orientierung, die auf dem üblichen Sprachgebrauch von Prüfungsaufgaben beruht und so auch im Fallstudien-Training dieser Plattform erläutert wird. Maßgeblich bleibt immer der genaue Wortlaut der Aufgabe.

OperatorWas die Antwort in der Regel enthalten sollte
nennen, angebenKurz aufzählen, in der verlangten Anzahl, ohne Begründung
beschreiben, darstellenDen Sachverhalt vollständig und geordnet mit eigenen Worten wiedergeben
erläutern, erklärenDarstellen und mit Begründung oder Beispiel verständlich machen; das „Warum“ gehört dazu
begründenEine Aussage mit nachvollziehbaren Argumenten stützen
beurteilen, bewertenEin eigenes Urteil fällen: Maßstab nennen, abwägen, Ergebnis festhalten
berechnen, ermittelnErgebnis mit nachvollziehbarem Weg: Formel, Einsetzen, Ergebnis mit Einheit
entwickeln, erarbeiten, entwerfenEinen eigenen, auf den Fall bezogenen Vorschlag ausarbeiten, konkret statt allgemein
vergleichenNach gleichen Merkmalen gegenüberstellen und Unterschiede benennen

Wichtig sind außerdem Kombinationen wie „beschreiben und begründen“. Dann gehören beide Teile in die Antwort, und eine Antwort mit nur einem der beiden verschenkt Punkte.

Typische Aufgabenarten

Die Verordnung führt je Schwerpunkt Qualifikationsinhalte auf, die geprüft werden können. Daraus ergeben sich Aufgabenarten, mit denen man rechnen sollte. Das ist eine Ableitung aus dem Verordnungstext und keine Liste tatsächlich gestellter Aufgaben.

  • Organisation und Unternehmensführung: strategische Konzepte planen und Ziele ableiten, Aufbau- und Ablauforganisation entwerfen oder beurteilen, Projekte nach Phasen planen, Qualitäts- und Umweltmanagementsysteme bewerten, Gespräche und Präsentationen vorbereiten.
  • Personalmanagement: Personalbedarf ermitteln, Stellen beschreiben und Personal beschaffen, Mitarbeitergespräche und Zielvereinbarungen führen, Entlohnungsformen auswählen, Führungsstile beurteilen, Rechte des Betriebsrats berücksichtigen.
  • Informations- und Kommunikationstechniken: Datenschutzrisiken und technische Datensicherung beurteilen, IT-Systeme nach Kosten und Nutzen auswählen, Lastenhefte erstellen, die Einführung von Anwendersoftware in Phasen planen.

Weil die Aufgaben integrieren, sind Kombinationen zu erwarten, etwa eine IT-Einführung, bei der auch Mitbestimmungsrechte und Kosten zu berücksichtigen sind.

Zeitplanung für 240 Minuten

Bei vier Stunden Bearbeitungszeit und höchstens 100 Punkten stehen im Mittel knapp zweieinhalb Minuten je Punkt zur Verfügung (240 Minuten : 100 Punkte). Ein Auftrag mit 25 Punkten verträgt demnach etwa eine Stunde, ein Auftrag mit 10 Punkten rund 24 Minuten. Das ist eine Rechengröße zur Orientierung, kein Vorgabewert der Prüfung.

Ein mögliches Vorgehen für die Klausur (Empfehlung, keine Vorgabe der Prüfung):

  1. Zehn bis fünfzehn Minuten für Lesen und Strukturieren: Rolle, Ziel, Fallakte, alle Aufträge mit Punktzahl.
  2. Zeitbudget je Auftrag nach der Punktzahl festlegen, sofern sie angegeben ist, und einen Puffer von 15 bis 20 Minuten für Korrektur und Ergänzungen einplanen.
  3. Bei jedem Auftrag den Operator unterstreichen und, falls verlangt, die Anzahl der Antworten notieren.
  4. Antworten in kurzen, geordneten Sätzen oder Spiegelstrichen schreiben und Fallbezug herstellen: Zahlen, Namen und Randbedingungen aus der Fallakte nutzen.
  5. Rechenwege vollständig aufschreiben, auch wenn das Ergebnis klar ist.

Hilfsmittel in Teil B

Nach der DIHK-Hilfsmittelliste (gültig ab 1. Januar 2025) sind für beide schriftlichen Situationsaufgaben dokumentenechtes Schreibmaterial, ein Lineal, ein netzunabhängiger, nicht kommunikationsfähiger Taschenrechner und die von der IHK gestellte Formelsammlung zugelassen. Dazu kommen unkommentierte Gesetzestexte, insbesondere Arbeitsgesetze, Betriebsverfassungsgesetz, BGB, HGB, GmbH-Gesetz, Aktiengesetz, DS-GVO und Bundesdatenschutzgesetz oder Gesetzessammlungen, die diese Gesetze enthalten. Es gilt der Rechtsstand vom 31. Dezember des Vorjahres für die Frühjahrsprüfung und vom 1. Januar des laufenden Jahres für die Herbstprüfung. Klebezettel, Unterstreichungen und Normenverweise sind zulässig.

Situationsaufgabe 3: das situationsbezogene Fachgespräch

Die dritte Situationsaufgabe wird mündlich geprüft. Nach der Verordnung soll im Fachgespräch gezeigt werden, dass man Aufgabenstellungen analysieren, strukturieren und zu einer begründeten Lösung führen kann. Der Lösungsvorschlag ist unter Einbeziehung von Präsentationstechniken zu erläutern und zu erörtern. Das Gespräch hat dieselbe Struktur wie die schriftlichen Situationsaufgaben.

MerkmalRegelung
Vorbereitungszeitmindestens 30, höchstens 45 Minuten
Dauer des Fachgesprächsmindestens 30, höchstens 45 Minuten je Person
SchwerpunktDer Handlungsbereich, der nicht Kern einer schriftlichen Aufgabe war; nach IHK-Unterlagen Organisation und Unternehmensführung
Bewertungeigene Prüfungsleistung mit mindestens 50 Punkten zum Bestehen; eine Befreiung nach dem Berufsbildungsgesetz ist nicht zulässig

Ablauf nach dem IHK-Merkblatt

Nach einem IHK-Merkblatt zu Teil B erhält man zu Beginn ein berufliches Fallbeispiel. Das Fachgespräch umfasst die Lösung der betrieblichen Aufgabenstellung in der Vorbereitungszeit, die Präsentation des Lösungsvorschlags und eine weiterführende Erörterung im Gespräch. Im Vorbereitungs- und Prüfungsraum stehen dort Flipchart, Pinnwand und ein Moderationskoffer bereit. Die IHK Bonn/Rhein-Sieg beschreibt es ähnlich: Papier und Flipchart-Papier stellt der Prüfungsausschuss, weitere Präsentationsmittel sind mitzubringen, andere Hilfsmittel sind nicht zugelassen. Was in welcher IHK bereitsteht, steht in der Einladung der zuständigen IHK.

Worauf es ankommt

  • Die Zeit der Vorbereitung für ein tragfähiges Gerüst nutzen: Ausgangslage, Ziel, Alternativen, Entscheidung, Umsetzung.
  • Das Ergebnis so präsentieren, dass es ein Entscheidungsgremium überzeugt, nicht als Aufzählung von Theoriewissen.
  • Bei Rückfragen ruhig bleiben, den Fallbezug halten und Begründungen nennen.

Das situationsbezogene Fachgespräch in Teil B ist nicht das Fachgespräch zur Projektarbeit. Letzteres gehört zum technikbezogenen Prüfungsteil und baut auf der eigenen Projektarbeit auf (siehe Projektarbeit und Fachgespräch).

Wie man für Situationsaufgaben übt

Situationsaufgaben lassen sich nur durch Bearbeiten lernen. Ein Ablauf, der sich bewährt:

  1. Die Qualifikationsschwerpunkte aus der Verordnung als Checkliste nehmen und eigene Lücken markieren.
  2. Einen vollständigen Fall mit Fallakte bearbeiten, nicht nur einzelne Fragen.
  3. Zuerst Rolle, Ziel und Aufträge lesen, dann die Fallakte nach den Informationen durchsuchen, die zu den Aufträgen passen.
  4. Die Antwort unter Zeitdruck schreiben und anschließend mit den Kernpunkten der Lösung abgleichen. Fehlende Punkte und Fehlmuster notieren.
  5. Das Fachgespräch laut üben, mit Stoppuhr für Vorbereitung, Präsentation und Erörterung.
  6. Vor der Prüfung mindestens eine Situationsaufgabe komplett in 240 Minuten durchspielen.

Genau dafür ist das Fallstudien-Training auf dieser Plattform gebaut: Fälle mit Fallakte, Antwort schreiben und Rückmeldung nach den Kernpunkten der Lösung (KI-gestützt), Rückfragen wie im Fachgespräch, ein Fallgespräch mit betrieblichen Gesprächspartnern, eine Prüfungssimulation über 240 Minuten mit Auswertung und ein Antwort-Gerüst-Trainer. Die Rückmeldung ersetzt keine Bewertung durch einen Prüfungsausschuss, zeigt aber, welche Punkte in der eigenen Antwort fehlen.

Die Fälle finden sich unter Fallstudien. Für das Fachwissen aus Teil A, das in die Situationsaufgaben hineinspielt, helfen die Prüfungsaufgaben, die Zusammenfassungen und die Formelsammlung. Der technikbezogene Prüfungsteil mit Projektarbeit ist nicht Gegenstand der Plattform.

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Nicht bestanden: Wiederholung von Teil B

Ein nicht bestandener Prüfungsteil kann zweimal wiederholt werden. Wer sich innerhalb von zwei Jahren nach dem Ende des nicht bestandenen Teils zur Wiederholung anmeldet, kann auf Antrag von einzelnen Prüfungsleistungen befreit werden, sofern diese zuvor ausreichend bewertet wurden, also mit mindestens 50 Punkten. Wie die Anmeldung zur Wiederholung abläuft, entscheidet die zuständige IHK. Alle Fristen und Anmeldeschlüsse sind bei ihr zu erfragen.

Häufige Fragen

Was ist eine Situationsaufgabe beim Technischen Betriebswirt?

Eine Situationsaufgabe beschreibt eine betriebliche Lage, in der Fragen aus Organisation, Personal und IT zusammenhängen. Sie verlangt Analyse, Entscheidung und Begründung statt reiner Wissensabfrage. Teil B der Prüfung besteht aus drei solcher Aufgaben.

Wie viele Situationsaufgaben gibt es und wie lange dauern sie?

Es gibt drei: zwei schriftliche Aufgaben mit je vier bis fünf Stunden nach der Verordnung, im bundeseinheitlichen Ablauf vier Stunden, und ein mündliches Fachgespräch von 30 bis 45 Minuten mit ebenso langer Vorbereitungszeit.

Was ist Situationsaufgabe 3?

Die dritte Situationsaufgabe ist der Gegenstand des situationsbezogenen Fachgesprächs. Man bereitet einen Lösungsvorschlag zu einem betrieblichen Fall vor, präsentiert ihn und erörtert ihn mit dem Prüfungsausschuss. Im Mittelpunkt steht der Handlungsbereich, der in den schriftlichen Aufgaben nicht der Kern war.

Welche Handlungsbereiche werden in Teil B geprüft?

Organisation und Unternehmensführung, Personalmanagement sowie Informations- und Kommunikationstechniken. Alle Qualifikationsschwerpunkte dieser Bereiche kommen in den drei Aufgaben mindestens einmal vor, und die Inhalte aus Teil A werden einbezogen.

Wie wird Teil B bewertet?

Beide schriftlichen Situationsaufgaben und das Fachgespräch werden einzeln mit Punkten bewertet. Teil B ist das arithmetische Mittel der drei Bewertungen und zählt in der Gesamtnote 30 %. Bestanden ist der Teil nur, wenn alle drei Leistungen mindestens 50 Punkte erreichen.

Welche Hilfsmittel sind in den Situationsaufgaben erlaubt?

Laut DIHK-Hilfsmittelliste (gültig ab 1. Januar 2025) Schreibmaterial, Lineal, ein netzunabhängiger Taschenrechner ohne Kommunikationsfunktion, die von der IHK gestellte Formelsammlung und unkommentierte Gesetzestexte, darunter Arbeitsgesetze, Betriebsverfassungsgesetz, BGB, HGB, GmbHG, AktG, DS-GVO und BDSG. Die IHK teilt die gültige Liste mit der Einladung mit.

Wie bereite ich mich auf das situationsbezogene Fachgespräch vor?

Am besten mit Fällen unter Zeitvorgabe: erst eine Lösung in 30 bis 45 Minuten entwerfen, dann laut präsentieren und Rückfragen beantworten. Flipchart oder Moderationskarten sollte man vorher geübt haben, weil die Verordnung eine Präsentation des Lösungsvorschlags verlangt. Was bereitsteht, regelt die jeweilige IHK.

Gibt es frühere Situationsaufgaben zum Üben?

Prüfungsaufgaben früherer Jahrgänge sind über den Online-Shop der DIHK-Bildungs-gGmbH erhältlich. Auf dieser Plattform gibt es zusätzlich Fälle mit Fallakte, bei denen man die Antwort schreiben und mit den Kernpunkten der Lösung abgleichen kann.

Quellen

Alle Angaben ohne Gewähr. Verbindlich sind die Prüfungsverordnung und die Auskunft der zuständigen Industrie- und Handelskammer.

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